Der Sinn von Weihnachten Teil 2

„Also bei uns ist die Wohnung schon seit dem ersten Adventwochenende geschmückt. Meine Eltern haben auch schon einen Christbaum gekauft, den werden wir am 23.12 gemeinsam schmücken, damit der Weihnachtsmann die Geschenke darunter legen kann.“

„Das Christkind“ unterbricht Nora Eva.

Eva ist ihre beste Freundin im Kindergarten. Normalerweise spielen sie den ganzen Tag miteinander, teilen ihre Jause und erzählen sich gegenseitig wie schön es bei ihnen zu Hause nicht ist. Aber heute hat sie so gar keine Lust darauf.

„Was?“ Fragt Eva

„Zu uns kommt das Christkind, nicht der Weihnachtsmann. Der Weihnachtsmann kommt nur zu den Kindern in Amerika. Das hat mir mein Papa erzählt.“

„Das Christkind gibt es doch gar nicht, das wie doch jeder.“ Antwortet Eva.

„Du bist blöd“ ruft Nora und setzt sich in eine Ecke. Sie will heute mit keinem mehr reden. Niemand weiß wie sei ihr geht. Sie ist zutiefst traurig, dass es für sie heuer kein Weihachten geben wird.

Christina ihre Betreuerin, berührt sie sanft an ihrer Schulter. „Was war das Nora?“

Nora dreht sich um, ich Gesicht ist ganz verschmiert von all den Tränen. Ihr Augen sind mit Tränen überfüllt, ihr Gesicht vor Traurigkeit verkrampft. Sie wirft sich Christina in die arme und beginnt laut zu Weinen.

„Alle sagen der Weihnachtsmann kommt, aber das stimmt nicht. Zu uns kommt das Christkind. Ich weiß dass das Christkind echt ist. Aber… „ sie schluchzt schwer und ringt nach Luft.“… aber dieses Jahr gibt es für uns kein Weihnachten, weil uns das Christkind nicht finden wird.“

Christina denkt noch, dass sie Nora beruhigen muss, doch Nora beginnt noch lauter zu Weinen.

„Aber warum soll euch das Christkind denn nicht finden?“

„Weil wir umziehen müssen und das Christkind unsere neue Adresse noch nicht kennt!“ Schreit sie weinend hervor.

Die anderen Kinder beginnen zu kichern. Gerade als Nora sich etwas gefasst hat, sieht sie die anderen Kinder tuscheln und beginnt wieder zu Weinen.

„Ruhe!“ Ruft Christina den anderen zu. „Es ist Zeit für den Mittagsschlaf, also bitte sucht euch einen Platz zum Schlafen und seid leise.

Christina ruft Nina an, die Mutter von Nora, ob sie ihre Tochter vielleicht abholen kann.

„Klar, kein Problem“, sagt sie. „Mein Mann wird sie abholen kommen.“

Als Thomas ankommt ist Nora sehr verwirrt, es ist doch noch gar nicht Zeit um nach hause zu fahren.

Christina unterhaltet sich mit ihm beim Eingang, sie sprechen so leise, dass Nora sie nicht hören kann.

„Na mein Schatz, wollen wir nach Hause gehen?“, fragt er sie.

Nora wirft sich ihrem Vater um den Hals, der Wiederrum trägt sie behutsam zum Auto.

„Die anderen sind so gemein, Papa“, sagt sie als er sie auf den Rücksitz setzt und schläft auf der Stelle ein.

Am nächsten Morgen, es ist Samstag der 14. Dezember frühstücken sie gemeinsam. Seit ihr Thomas seine Arbeit verloren hat, muss er am Samstag auch nicht mehr arbeiten. Das freut Nora.

Aber das ist auch mit einem bitteren Beigeschmack verbunden.

„Heute müssen wir wieder ein paar Sachen aus der Wohnung räumen. Ich habe einen Container gemietet, damit wir sie vorübergehend unterstellen können.“ Sagt er zu Nina.

„Keine Angst, Papa“ sagt Nora. „ich habe gestern einen neuen Brief an das Christkind geschrieben und auf das Fensterbrett gelegt.

„Was hast du denn hinein geschrieben?“ Fragt Nina

„das ist ein Geheimnis. Das darf nur das Christkind wissen, sonst geht der Wunsch nicht in Erfüllung.“

„Wer hat dir den sowas erzählt?“

„Das Christkind. Es ist mir letzte Nacht erschienen und hat gesagt, dass es uns überall finden kann.“

„Das war doch sicher nur ein Traum, mein Schatz,“ antwortet Nina. „ weisst du das Christkind gibt es gar ….. ich meine ich weiß nicht, ob es noch Zeit genug für einen weiteren Wusch hat.“

Traurig schaut ihr Nora in die Augen. „Doch das Christkind gibt es wirklich und mein Wunsch wird erfüllt. Das hat es mir versprochen!“

In Ruhe isst sie ihr Frühstück auf.

In der nächsten Woche wird die Wohnung immer leerer. Erst Mitte der, es ist bereits der 18.12. bekommen sie die Nachricht, dass im Nebenort eine Wohnung frei geworden ist, in der sie „vorübergehend“ wohnen können um Weihnachten über ein Dach über dem Kopf zu haben.

„Zumindest, können wir uns die Wohnung leisten falls wir doch weiter dort wohnen dürfen.“ Sagt Thomas.

Sie beginnen die wichtigsten Dinge in die „neue“ Wohnung zu räumen.

„Das ist gar nicht so leicht“, denkt sich Nora. „Die Wohnung ist sehr viel kleiner als die in der wir vorher wohnten.“

Am 22.12. sind sie fertig und können schon in der Wohnung wohnen.

Es gibt sogar ein wenig Dekoration für Weihnachten, die ihnen der nette Nachbar von oben geschenkt hat.

Am 24.12. sind sie jedoch alleine. Sie sitzen zu dritt beim Mittagessen. Es gibt Bratwurst mit Brot. Mehr können sie sich zur Zeit nicht leisten.

„Und nach dem Essen werden wir in die Kirche gehen und dann wird es Zeit fürs Bett mein Schatz.“ Sagt Thomas.

„Aber mein Wunsch, Papa. Er ist noch nicht erfüllt worden. Es hat es mir versprochen.“

„Welcher Wunsch? Wer hat dir etwas versprochen?“

„Hast du’s vergessen, Papa?“ Sagt Nora trotzig. „Das Christkind hat es mir versprochen.“

Thomas sieht sich in der Wohnung um, froh dass sie eine Wohnung haben aber ich traurig, dass er für Nora oder Nina keine Geschenke hat.

„Weißt du mein Schatz. Es ist doch viel wichtiger, dass wir zusammen sind und …“ Thomas wird durch ein Klopfen an der Tür unterbrochen.

Als er die Tür öffnet stehen Weihnachtssänger vor der Tür. Er will gerade sagen, dass sie kein eld für eine Spende haben, aber da beginnen die Sänger auch schon zu singen:

„Kling Glöckchen klinge linge ling…“

In der Gruppe der Sänger befindet sich auch ein kleines Mädchen, nicht viel älter als Nora.

„…ist so kalt der Winter …“

Das Mädchen hat goldenes Haar und ein engelhaftes Gesicht. Es zwinkert Nora zu.

Nora kommt es so vor, als wäre die Wohnung um ein ganzes Stück wärmer und heller geworden ist.

„….Bring euch schöne Gaben …“

Die Sänger bedanken sich für die Aufmerksamkeit. Und drehen sich der nächsten Tür zu.

„Da!“ Ruft Nora „das Christkind. Es ist bei den Sängern und hat mir zugezwinkert. Ich wusste, dass es mich nicht angelogen hat.“

„Welches Mädchen?“ Fragt Nina. „Da war kein Mädchen bei den Sängern. Das waren alles erwachsene Männer und Frauen.“

Nora öffnet die Tür um noch einmal nach dem Mädchen zu sehen, aber da ist wirklich keines in der Gruppe.

Sie setzt sich wieder an den Tisch um ihr letztes Stück von ihrer Brotscheibe zu essen.

„Aber schaut mal da.“ Sagt sie und zeigt auf den Tisch im Wohnzimmer.

Auf dem Tisch liegt eine einzelne goldene Christbaumkugel. Und plötzlich fällt allen auf, dass es immer noch so warm und hell in der Wohnung ist.

Abermals klopft es an der Tür. Thomas macht sie erneut auf.

„Danke für die Kugel, aber wir haben wirklich kein …“ Draussen steht der Nachbar von oben.

Ein großer Mann mit Bart. Er hat seine braune Lederjacke an, „Es ist kalt draußen“ unterbricht er Thomas.

„Ihr solltet euch warm anziehen.“

„Wie… was ähm was meinen sie?“ Fragt Thomas.

„Kommt“, sagt der Nachbar. „Und bitte nicht SIE. Nennt mich Ernst.“

Thomas und Nina stehen vorher Überraschung starr vor der Tür.

Nora läuft zu Ernst der bereits ihre Jacke in den Händen hält um ihr hinein zu Helfen.

„Danke Ernst“ sagt sie und dreht sich fröhlich zu ihren Eltern um. „Na jetzt kommt schon“.

Thomas möchte widersprechen als Ernst plötzlich auch seine Jacke in Händen hält.

Zum Schluß hilft er auch Nina in ihren Mantel.

Gemeinsam verlassen sie das Haus.

„Kommt!“, wiederholt Ernst und führt sie um das Haus herum.

Hinter dem Haus steht ein riesiger geschmückter Weihnachtsbaum. Die Lichterkette strahlt eine Art Wärme aus die sie anzieht.

Langsam gehen die drei zu dem Baum.

Rundherum stehen bereits sehr viele Menschen. Bekannte und unbekannt.

Noras Freunde aus dem Kindergarten stehen da. Die neue Nachbarschaft hat sich hier versammelt und auch einige aus der alten Nachbarschaft.

„Frohe Weihnachten!“ Rufen sie alle zusammen.

Nora erkennt wieder das kleine Mädchen von vorhin in der Menge.

„Seht“, sagt sie und zieht Thomas am Ärmel seiner Jacke. „Das Christkind“

Nora wird ignoriert, so als hätte sie sie nicht gehört.

„Thomas?“ Fragt Ernst „Wir haben alle von eurem Unglück gehört und haben uns Gedanken gemacht.“

„Gedanken?“ fragt Thomas

„Oh ja. Wir können es nicht ertragen wenn es anderen schlecht geht und wir sind eine Gemeinde die sich gegenseitig hilft. Also wenn es möglich ist. Und das ist es nur, wenn alle zusammen halten. Einige von uns hatten die Idee euch heute, hier und jetzt in unserer Gemeinschaft willkommen zu heissen. Und da haben wir gedacht, dass wir uns etwas für euch einfallen lassen.“

Eine kleine Gruppe löst sich vom Baum ab und kommt herbei.

„Frohe Weihnachten“, sagt die Frau die als erstes ankommt. Sie schüttelt allen die Hand. Die übrigen der Gruppen tun es ihr gleich und überreichen ein kleines Geschenk.

„Aber…Aber das ist doch nicht nötig“ Sagt Thomas.

„Doch das ist es“, sagt Ernst. Das Geschenk ist ein Symbol. Es enthält eine neue Arbeit für dich und unsere Unterstützung“

Das kleine Mädchen kommt nun auch zu der neu gebildeten Gruppe.

Es legt seine Hand an Noras Schulter und sagt.

„Das Nora, ist der wahre Sinn von Weihnachten.“

„Kommt“, sagt Ernst wieder und führt sie zu einem Tisch. Setzt euch und esst mit uns. Wir haben ein Festmahl angerichtet und wir brauchen jeden hier, damit es auch gegessen wird.“

„Was hast du dir gewünscht?“ fragt Thomas Nora.

„Na ganz einfach.“ Sagt Nora „ich habe in meinen Brief geschrieben, dass ich gerne den wahren Sinn von Weihnachten erfahren möchte.“

„Und so wie es aussieht, hat sich dein Wunsch nun erfüllt.“ Sagt das kleine Mädchen und wendet sich ab.

Als Nora noch etwas sagen will, kann sie das Mädchen nicht mehr finden.

Doch plötzlich erhebt sich ein Stern so fern und doch so nah, dass ihn alle sehen können. Alle sehen in den Himmel und beginnen vor Freude erneut zu Singen.

Es geht nicht um Geschenke

Es geht um das Miteinander.

Das Ist der Sinn von Weihnachten!

Frohe Weihnachten wünscht euch

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