Der Sinn von Weihnachten Teil 1

„Hui, bald ist es soweit, bald ist Weihnachten und wir bekommen unsere Geschenke“, die kleine Nora ist ganz aus dem Häuschen. Heute ist der 1. Dezember und noch dazu, der erste Advent. Das muss doch ein Zeichen des Glückes sein.

Nora ist schon 5 Jahre alt und sie glaubt sehr an den Zauber der Weihnacht.

Jedes Jahr lag bisher ein Geschenk für sie am 24.12. bereit. Also warum, denkt sie sich, sollte das heuer nich auch wieder so sein?

„Aber aber, meine Kleine,“ ermahnt sie ihr Vater.

„Wer wird sich denn da schon so weit vorher freuen? Weißt du denn nicht, dass nur brave Kinder etwas bekommen?“

„Ja und woher weiß der Weihnachtsmann…. ehhhm … das Christkind….. Papa, wer bringt denn nun die Geschenke?“

„Na schau her Nora das ist ganz einfach. Es kommt immer darauf an, wo man wohnt.

Hier Beins in Österreich ist dafür das Christkind zuständig. In Amerika ist es der Weihnachtsmann. In anderen Ländern mag es der heilige Nikolaus sein, aber eines haben sie alle gemeinsam.
Geschenke bekommt nur, wer das ganze Jahr über brav war. Also im durchschnitt. Das heisst u musst viel viel mhhh viel öfter brav gewesen sein als böse.
Das Christkind sieht alles.“

„Das glaube ich nicht!“ Ruft Nora und läuft in ihr Zimmer. Es ist schon spät und sie sollte schon längst im Bett sein. Lachen läuft sie bei ihrer Mutter vorbei und ruft laut: „Zu mir kommt das Christkind ganz bestimmt!“

Mit Schwung, fast immer noch laufend hüpft sie ins Bett und deckt sich zu. Vor Vorfreude schläft sie fast auf der Stelle ein.

Die Tage vergehen. Viel zu langsam kommt ihr die Zeit vor.

„Heute ist erst Nikolo.“ Sagt seetraurig zu ihrer Mutter, die sie gerade vom Kindergarten abholt.

„Was habt ihr denn so Genacht heute?“ Möchte ihre Mutter von ihr wissen.

„Dies und das. Gespielt und… naja“ Nora seufzt traurig. „alle Kinder haben heute etwas vom Nikolo bekommen, nur ich nicht.“

„Macht dich das traurig Nora?“

„Ein bisschen schon.Aber was sollst, ich bekomme eh sowieso und überhaupt das tollste Geschenk vom Christkind.“ Eingeschnappt verschränkt Nora kräftig ihre Arme.

Mit feuchten Augen sieht sie aus dem Fenster. Es ist sehr nebelig aber noch hell genug einige der anderen Kinder zu sehen. Nicht alle werden mit demAuto abgeholt.

Ach was, denkt sie sich fröhlich. Ich werde jeden Tag mit dem Auto abgeholt. So viel Glück haben die anderen nicht.

Gerade als sie ihre Genken mit ihrer Mutter teilen möchte, sagt sie zu ihr: „Weisst du Nora, nicht alle haben so viel Glück, jedes Jahr ein tolles Geschenk zu bekommen. Du solltest dein Glück mit anderen teilen und nicht zu sehr damit vor ihnen prahlen.“ Die Stimme ihrer Mutter hat sich ein wenig geändert.So hat sie sie noch nie sprechen hören.

Die weitere Heimfahrt verbringen sie schweigend. Nora versucht zu verstehen, was ihre Mutter ihr sagen wollte, kommt aber nicht darauf.

Zu Hause angekommen, läuft sie zu ihrem Vater und ruft ihm, wieder fröhlich zu:“Bald ist Weihnachten. Ich freue mich schon so sehr auf meine Geschenke.“

„Okay,“ antwortet er fast anteilnahmlos. Nora ist verwirrt. Was da wohl dahinter steckt.

Heute möchte sie länger aufbleiben und auf den Nikolo warten, vielleicht kommt er ja doch noch.

Es wird dunkler und dünkler, aber niemand kommt. Sie liegt in ihrem Bett, die Augen fallen ihr schon zu, als sie eine Tür hört.

leise, auf Zehenspitzen schleicht sie sich zur geschlossenen Tür um zu Lauschen.

Draussen kann sie nur ihre Eltern reden hören.

Sie kann nicht alles verstehen was sie sagen.

Sie kann die Erwachsenensprache noch nicht richtig verstehen.

Ein paar Fetzen kann sie aber Verstehen:

„Was sollen wir tun“

„Was ist mit Nora“

Sie hört fröhlich auf, sie hat ihren Namen gehört. Sie freut sich schon und legt sich wieder ins Bett. Gleich werden ihre Eltern ins Zimmer kommen und ihr einen großen Sack vom Nikolo bringen.

Während sie einschläft hört sie noch andere unbedeutende Sätze.

„Wie meinst du das?“ …. „Thomas?“ So heisst ihr Vater

„Neue Arbeit finden, jetzt“ …… “Wie soll ich das schaffen?“

„Bis Neujahr kommen wir sicher nicht mehr durch!“

„Nora“…. „Nora“…“Schulden“ …. „Nora“ … „Weihnachten“

Am nächsten Morgen kommt Nora verschlafen und munter zum Frühstück getaumelt. Sie hat schlecht geschlafen. Zu viele Gedanke liefen ihr durch den Kopf.

„Morgen Mami“, sagt sie, „ich habe gar nicht viel schlafen können. Die ganze Nacht habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was ich mir vom Christkind wünschen soll.“

„Guten Morgen Liebes“, antwortet ihre Mutter.


„Was genau ist eigentlich der Sinn von Weihnachten Mami?“, unterbricht sie ihre Mutter.

„Beeil dich mit dem Essen, damit du rechtzeitig in den Kindergarten kommst“ antwortet sie schnell und wendet sich wieder dem Abwasch zu.

Im Kindergarten fragt sie ihre Freundinnen und die Betreuerinnen, was sie unter dem Sinn von Weihnachten verstehen. Aber sie bekommt immer die selbe Antwort:


„Mit der Familie zusammen sein und Geschenke vom Weihnachtsmann zu bekommen, ist doch klar!“


Voller Freude geht sie nach Hause um ihre Erfahrungen bezüglich Weihnachten mit ihren Eltern zu teilen.

Mittlerweile ist schon der 10.12 und die Wohnung ist noch gar nicht weihnachtlich geschmückt.

Diese Tatsache lässt ihre Euphorie sehr stark sinken,
Mit gesenktem Kopf geht sie langsam in ihr Zimmer, ihren Teddybär schleift sie am Boden hinterher.

„Was ist den los mein Schatz?“, hört sie ihren Vater fragen.

„Nichts Papa“, antwortet sie. „Aber bei uns ist kein bisschen vom Sinn von Weihnachten zu sehen. DieWohnung ist gar nicht dekoriert und wir verbringen auch gar nicht so viel Zeit zusammen wie letztes Jahr.“

„Nun, mein Schatz“, antwortet er. „Dieses Jahr wird es anders als sonst werden. Weisst du,„ seine Augen beginnen glasig zu werden. „Wir müssen wahrscheinlich noch vor Weihnachten umziehen und ich weiß noch gar nicht wohin wir ziehen werden. Vielleicht findet uns das Christkind heuer nicht einmal.“ Eine Träne läuft über seine rechte Wange.

Nora bemerkt die Träne gar nicht. Sie fragt nur trotzig:

„Aber das Christkind findet jedes Kind, solange es brav war und ich war immer brav“ leise beginnt sie zu schluchzen, zieht die Luft kräftig durch die Nase ein und läuft weinend in ihr Zimmer. Bevor sie die ihre Zimmertür zuschlägt hört es sie noch rufen

„ICH HASSE WEIHNACHTEN“

….FORTSETZUNG FOLGT….

Frohe Weihnachten wünscht euch

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