Der Alptraum nimmt kein Ende 4

„Du wolltest doch deinen Bus nicht verpassen?“ Werde ich abermals gefragt und muss feststellen, dass ich mich wieder im Bus befinde.
Ich sehe mich um und erkenne die Gäste der Party wieder. Die Hand die mit im Nacken hält gehört dem Waldgeist.
„Versuch nicht dich herauszureden du Tunichtgut.“ Sagt er und drückt mich schmerzhaft mit dem Kopf gegen das Fenster.
Der Fahrer dreht sich zu uns um „Der Nebel macht mich wahnsinnig, kleiner!“ruft er mir zu.
Im Nebel, so dicht er auch ist, kann ich es Blitzen sehen.
„Wo fahren wir hin?“ Frage ich. Aber ich bekomme keine Antwort.

„Ich habe dir doch gesagt, du sollst dich verkleiden.“ Sagt meine Mutter. „Jetzt kann ich dir auch nicht mehr helfen.“
„Feuer“ höre ich sie noch rufen, „Feuer ist das einzige, das ihn fern hält.“
Ich befinde mich wieder im Keller.
„Was machen wir jetzt?“ Fragt meine Frau hinter mir „Wenn die Sicherung nicht das Problem ist, was können wir dann tun?“
„Wir brauchen Licht“, sage ich zu ihr. „Wir müssen ihn fern halten.“
„Wen?“ fragt sie aber ich bin bereits bei der Kellertüre angelangt. Als ich sie öffne bin ich nicht wie erwartet in unserer Wohnung, sondern auf einer Lichtung im Wald.
„Wir brauchen ein Feuer“ rufe ich meiner Frau zu, aber sie sieht mich nur verstört an. Also gut, dann muss ich es selber machen.
Ich sammle Holz. Trockenes Holz. Ich werfe alles auf einen Haufen und zünde es an.
Es dauert ein paar Minuten bis es richtig zu Brennen beginnt. Meine Frau zerrt an meinem Arm und kreischt mich entsetzt an, aber ich schaue beruhigt und zufrieden dem Feuer zu. Je Höher es brennt desto heller wird es und desto ruhiger werde ich.
„Solange es brennt wird er mich nicht bekommen!“ Rufe ich meiner Frau zu. „Wer?“ Kreischt sie schmerzerfüllt. Ich möchte ihr antworten, als eine laute Explosion mich zurück wirft.
Heute muss ich aufpassen denke ich mir. Nur nicht zu sehr auffallen. Heute is Halloween und wenn ich nicht aufpasse, werden die Götter ihren Schabernack mit mir spielen.
Sie sind dafür bekannt sich an diesem speziellen Tag unter uns zu mischen und uns in die Anderswelt zu ziehen um uns einen Einblick zu geben wie es dort aussieht. Der Schleier ist dünn heute und die Selen wollen sich ihren Weg zurück ins Leben kämpfen.
Aber das geht nur, wenn sie uns in einem schwachen Moment erwischen.
Ich warte hier auf meinen Bus, wie jeden Tag.
Ich werde mir nichts anmerken lassen. Ich werde stark sein und mich nicht überrumpeln lassen.
Der Bus kommt. Die Tür öffnet sich und der Fahrer ruft mir zu: „Steig ein Junge, das ist der letzte Bus für heute.“
Der Fahrgast der mit mir auf dem Bus gewartet hat klopft mir auf die Schulter.
Ich drehe mich zu ihm um.
„Du willst doch deinen Bus nicht verpassen, oder?“ Sagt er zu mir.
Wir steigen ein.
Ich kenne die anderen Fahrgäste ganz genau.
Sie wohnen alle im selben Haus wie ich. Seit dem Feuer letztes Halloween fahren sie immer im selben Bus wie ich.
Die Tür schließt sich. Der Fahrgast hinter mir schüttelt sich und jetzt erkenne ich ihn auch wieder. Er ist der Waldgott und er sagt zu mir: „Ich habe wirklich sehr lange gebraucht um dich zu überzeugen, aber irgendwann fällt jeder auf einen meiner Scherze ein. Aber du bist der erste, der Seine Nachbarn mit nimmt. Also, erzähl mir doch noch einmal von Anfang an, wie es dazu kam, dass du das Haus abgefackelt hat. Es interessiert mich sehr, wann genau ich dich hatte.“
Die anderen Fahrgäste fangen alle auf einmal an mit Beschimpfungen. Alle an mich gerichtet.
Als ich zu erzählen beginne, sind sie Allei leise und hören genau zu.
„Ein nebeliger Tag. Die Sonne dringt heute nicht durch den bewölkten Himmel.
Ich bin gerade auf dem Weg von der Arbeit nach Hause….“


Ende

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